Janko + Samy mit Cäsar am Klavier im Suttereng in r Musik werden die unterschiedlichsten emotionalen und psychologischen Wirkungen zugeschrieben; das Spektrum reicht von einer heilenden Wirkung bis hin zu „destruktiven“ Wirkungen, die durchaus beabsichtigt sein können.
Bis heute konnten
die Musikwissenschaft und ihre Hilfsdisziplinen nicht abschließend klären, in welchem Grad die unterschiedlichsten emotionalen und psychologischen Wirkungen der Musik mit den kulturellen Rahmenbedingungen zusammenhängen; so wurde durch die Verbreitung der Rockmusik noch vor wenigen Jahrzehnten der „Untergang des Abendlandes“ befürchtet; andererseits weist die Medienwirkungsforschung zumindest in speziell dispositionierten Fällen Wirkungen wie Selbsttötungen nach. Solche Forschungsergebnisse sind umstritten. Das Hauptproblem ist die Zirkularität dieser Bemühungen, also der Versuch, die eigenen Voraussetzungen zu beweisen. Selbsttötung und Musik stehen im westlichen Kulturkreis gleichermaßen im Zusammenhang mit einem „Triumph des Willens“ (vgl. Arthur Schopenhauer) – ihre traditionelle Verbindung offen zu legen, bedarf wohl eher einer historischen Klärung als eines empirischen Nachweises.
Ob die Sprache der Musik kulturübergreifend verstanden werden konnte, ist umstritten (siehe Universalien der Musikwahrnehmung). Befürworter argumentieren mit der in der physikalischen Schwingung angelegten messbaren Obertonstruktur und den daran angelehnten europäischen Intervall- und Tonsystemen. Andere Tonsysteme sind aber aufgrund anderer ästhetischer Vorstellungen entstanden. So werden in der indonesischen Gamelan-Musik Instrumente in Paaren gespielt, die leicht gegeneinander verstimmt sind.
Erst das Ergebnis wird als lebendiger Klang wahrgenommen. Gegen Universalien der Musikwahrnehmung spricht beispielsweise auch die Umwertung des Intervalls der Quarte von der Konsonanz zur Dissonanz in der abendländischen Musikgeschichte des späten Mittelalters.
Im Zeitalter des musikalischen Barock wurden verschiedene Wirkungen von Musik modellhaft formuliert: zum einen die allgemein stimulierende Wirkung von Musik, deren Aufgabe es sei, zu erfreuen und zu erbauen (lateinisch: delectare et recreare),
zum anderen die Verwandtschaft zu mathematischen Strukturen, wie sie sich in dem strukturierten akustischen Reiz darstellt. In diesem Sinne bestimmte Gottfried Wilhelm Leibniz Musik als unbewusstes Rechnen der Seele.
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